Die Mutter-Heimat-Statue in Kiew

Die Mutter-Heimat-Statue ist die fünfthöchste Statue und die höchste Frauenskulptur der Welt. Die Besichtigung dieser Kolossalstatue sowie der Militärgedenkstätte daneben gehören heute zum Pflichtprogramm für jeden Gast. Das ist ja nicht nur die eigentümliche Visitenkarte von Kiew, sondern auch etwas ganz Besonderes, was man auch aus dem Weltraum zu sehen ist! Und natürlich gibt es mehrere Legenden und geheimnisvolle Gerüchte über diese mehrdeutige Monumentalskulptur.

Mutter-Heimat-Denkmal

Die Mutter-Heimat-Statue in Kiew

Bereits 1943 beschloss man das „Museums des Vaterländischen Krieges des ukrainischen Volkes“ zu errichten. In den 1950gen Jahren konnte auf diesem Hügel eine riesige Stalin- oder Lenin-Statue gebaut werden. Nach den Toden von Jewgeni Wutschetitsch, dem ersten Bildhauer, und Halyna Kaltschenko, dem Modell für die größte Statue der Ukraine gab es auch viele mystische Gerüchte rund um die Mutter-Heimat-Statue anstelle eines Hügels in der alten Petschersk-Festung, wo einstmals ein Heidentempel als „Verbot-Berg“ nach der Sage genannt gestanden haben soll.

Das Mutter-Heimat-Denkmal wurde 6 Jahre lang projektiert und endlich am 9. Mai 1981 zum Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg in Anwesenheit von Leonid Breschnew eingeweiht. Der Name des Parteichefs als vierfachen Helden der Sowjetunion war als erster in der „Ruhmeshalle“ im 40 Meter hohen Sockelgebäude des Museums unter den Namen anderer etwa 12 Tausend Helden der Sowjetunion und Helden der sozialistischen Arbeit in Gold eingeprägt. Die erste Variante der fast 90 Meter hohen ganz vergoldeten Frauenstatue mit einem zum Dnipro herunterfließenden Wasserfall und einer Reihe von halbnackten 30-Meter-hohen Kämpfern war vom prominenten Bildhauer Jewgeni Wutschetitsch, den Autor der „Mutter Heimat ruft“ auf dem Mamajew-Hügel in Wolgograd und des Sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park, konzipiert. In anderen Varianten der Skulptur trug die Frau in den Armen ein Kind oder einen Lorbeerzweig. Nach der Meinung des Parteichefs der Ukraine Schtscherbitzki mit solchem Argument abgelehnt: „Wozu brauchen eine Frau mit Besen?“

Mutter-Heimat-Statue in Kiew

Mutter-Heimat-Statue in Kiew. Bildquelle: skyandmethod.com

Die vom ukrainischen Bildhauer Wassyl Borodaj errichtete Frauenskulptur mit dem Schwert sollte wegen des Großen Glockenturm des Höhlenklosters Lawra der Legende nach gekürzt werden. Als ob der Metropolit Filaret dem Parteichef Schtscherbitzki über seine Vision erzählte, in der ein blutiger „Krieg ohne Ende“ unausweichlich entfesselt wird, wenn der Schwert – ein Symbol des Krieges – höher als der Kreuz auf dem Glockenturm des Höhlenklosters Lawra gehoben wird. Wie der Historiker Stanislaw Tsalyk berichtet, wurde das Schwert in der Tat nach dem Test im Windkanal wegen der möglichen Vibrationen durch Wind gekürzt, um architektonisches Gleichgewicht zu schaffen. Die Stilistik der Statue weist die Synthese der sowjetischen Vorkriegskunst mit den Zügen des sozialistischen Realismus – d.h. den Kult eines körperlich und ästhetisch entwickelten Renaissance‑Menschen – auf. Die Parteileitung wollte auch die rechte Brust der „100‑Meter-hohen“ Kiewerin vergrößern, denn diese „irgend warum“ kleiner als die linke Brust war. Nur mit Mühe konnte Der Bildhauer heilt dagegen, dass die Brust bei der erhobenen Arm ausgedehnt bleibt und damit visuell verkleinert wird.

Blick aus der Luft auf die Mutter-Heimat-Statue

Blick aus der Luft auf die Mutter-Heimat-Statue. Bildquelle: pinimg.com

Das Mutter-Heimat-Monument ist die einzigartige dreischichtige Bauanlage aus Edelstahl. Sowohl nach Ausmaßen, als auch nach technischer Lösung, denn damals machte man keine ganzverschweißte Skulpturen. Es wurde mit Hilfe von einem speziellen 100-Meter-hohen Kran gebaut. Die Mutter-Heimat-Statue zusammen mit dem Sockel und dem Schwert ist 102 Meter hoch. Die Höhe der Frauenstatue vom Sockel bis zum Schwert ist 62 Meter. Sie ist höher als die Freiheitsstatue in New York und die Christusstatue in Rio de Janeiro. Das Gewicht der Mutter-Heimat-Statue ist ca 500 Tonnen. Sie ist mit Chromnickelstahlplatten verziert und mit 30 km Schweißnähte „genäht“. Die Länge des Schwerts ist 16 Meter. Das Ausmaß des „kleinen“ Schildes beträgt 12 mal 8 Meter. Nach einer der Lüge-Mythen „fällt“ die diese Riesenstatue oder steht unsicher über die beweglichen Bodenschichten. Nach den Berechnungen von Fachleuten aber soll die (jetzt wie früher unter Aufsicht stehende) Mutter-Heimat-Statue bei dem Erdbeben der Stärke 9 stehen und mindestens 150 Jahre erhalten bleiben. Wegen der unpassenden Nachbarschaft zum Höhlenkloster Lawra wurde sie Eisernes Weib, Genietete Mutter oder Lawrentijiwna (nach dem Vatersnamen von Leonid Breschnew) umgangssprachlich genannt.

Nationalmuseum der Geschichte der Ukraine im 2. Weltkrieg

Nationalmuseum der Geschichte der Ukraine im 2. Weltkrieg

Im Sockel der gigantischen Frauenskulptur sowie auf dem Gelände daneben gibt das gewaltige Nationalmuseum der Geschichte der Ukraine im 2. Weltkrieg. „Es gibt keine gleichartigen Museumskomplexe in Europa und in der Welt“, so nach dem Direktor des Memorialkomplexes Ivan Kovaltschuk. Die virtuelle Tour durch das Museum finden Sie hier.

Ausstellung der Wehrtechnik

Ausstellung der Wehrtechnik aus dem 1. und 2. Weltkriegen

Ausstellung der Kriegstechnik

Ausstellung der Kriegstechnik in Kiew

Zum Gedenkstättekomplex unter freiem Himmel gehören auch die Ausstellungen der Wehrtechnik aus dem 1. und 2. Weltkriegen, das Museum und die Ausstellung der Kriegstechnik aus dem Afghanistan-Krieg 1979-1989 (mit zugänglichen Transportflugzeug Li-2, Hubschrauber Mi-24 V und  Düsenjäger МiG-23) sowie die Ausstellung der heutzutage erbeuteten Militärtechnik aus dem Osten der Ukraine. Auf dem Gelände der Gedenkstätte gibt es auch die Skulpturkompositionen „Waffenübergabe“ und „Dnipro-Überwinden“, die Allee der Heldenstädten (Granitpylonen mit den Namen der Städte der Sowjetunion), die Galerie von Front- und Hinterlandskämpfern mit den Bronzekompositionen, die den Heldentaten von Grenzsoldaten, den Menschen auf besetzten Territorien, dem Mut der Partisanen sowie den Menschen im Hinterland gewidmet sind.

Panoramablick von der Mutter-Heimat-Statue in Kiew

Blick von der Mutter-Heimat-Statue auf das Gelände des Nationalmuseums der Geschichte der Ukraine im 2. Weltkrieg

Besonders sehenswert sind die Panoramas neben der Schale „Feuer des Ruhmes“ (Durchmesser 16 m!), am Fuße des Sockels vom Mutter-Heimat-Denkmal sowie hinter und über dem Schirm in der linken Hand der Statue. In der Säule der Statue gibt es die einzigartigen senkrechten und schiefen Fahrstühle. In den Armen sind Treppen für die Wartung und Überwachung der Stabilität eingebaut. Durch die Treppe in der linken Hand erklimmt man zu den ungewöhnlichsten Aussichtsplattformen Kiews hintern und über dem Schild auf der Höhe von 91 Meter. Und dazu braucht man als Felskletterer ausgerüstet sein! Obwohl es an der Spitze des 12‑Tonnen schweren Schwertes eine spezielle Vorrichtung zur Winddämpfung gibt, pendelt es hier wie auch im Innenraum des oberen Teils der Statue stark.

Nach Gerüchten plante der Bürgermeister die Mutter-Heimat-Statue „zur Renovierung“ 2009 abzubauen und heimlich zu verkaufen, um an einem anderen Ort wieder aufzubauen. 2015 wurde der Kopf der Mutter-Heimat-Statue mit einem Kranz aus roten Erinnerungs-Mohnblumen (als Symbol des Gedenkens an die Opfer von Krieg) von den Roofern zum Jahrestag des Sieges geschmückt.

Blick auf die Mutter-Heimat-Statue

Blick auf die Mutter-Heimat-Statue in Kiew. Bildquelle: skyandmethod.com

Heute erinnert die Mutter-Heimat-Statue an die totalitäre Vergangenheit. Heute bemüht man in der Gedenkstätte den Zeitgeist Rechnung zu tragen. So hat man beispielsweise die Halle der Helden des Krieges im Osten der Ukraine eröffnet.

Das Wappen der Ukraine und das Wappen der UdSSR auf dem Schild der „Mutter Heimat“. Bildquelle: skyandmethod.com

Es dauert die Fachbesprechung des baldigen Abbaus des Schmucks auf dem Schild in Form vom sowjetischen Wappen, das nach dem Gesetzt über die Entkommunisierung wegzunehmen ist. Das Wappen soll abgesägt oder überdeckt werden. Es kann auch eine andere Darstellung als neuer Dekorschmuck dazu gebaut werden.

Es lohnt sich wirklich mindestens einmal im Leben den herrlichen Panoramablick auf Dnipro, Höhlenkloster Lawra sowie auch Grünanlagen von Kiew rund um die weltberühmte Mutter-Heimat-Statue genießen.

Beitrag erstellt von Pavlo Miadzel

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